Mietrecht: Vier Tipps zum Auszug

Beim Thema Auszug aus einer Mietswohnung herrscht bei vielen Mietern nach wie vor Verunsicherung, was zu beachten ist. Hier eine Aufklärung über Rechte und Pflichten beim Auszug.

Viele Mieter sind sich beim Auszug nicht über ihre Rechte und Pflichten bei der Wohnungsübergabe im Klaren. Müssen die Fenster geputzt werden, wenn laut Mietvertrag die Wohnung beim Auszug besenrein zu übergeben ist? Kann man vorzeitig aus einem Mietverhältnis aussteigen, wenn man dem Vermieter drei potenzielle Nachmieter präsentiert? Viele Mieter sind verunsichert, was beim Auszug zu beachten ist.

 

1. Abnutzungserscheinungen beseitigen

Während der Mietzeit lässt es sich oft nicht verhindern, dass die Arbeitsplatte in der Küche verkratzt oder der Parkettboden eine Macke bekommt. Solche kleinen Schäden sind auf den normalen Gebrauch zurückzuführen und müssen vom Mieter vor dem Auszug nicht beseitigt werden. Auch Bohrlöcher, soweit sie für den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung unerlässlich waren, stellen keine Beschädigung dar und brauchen vor dem Auszug nicht verschlossen zu werden.

Entstand an der Mietsache jedoch ein Schaden durch unsachgemäßen Gebrauch, wie zum Beispiel Brandlöcher im Teppich durch Zigaretten, muss der Mieter diesen beheben. Dabei kann der Vermieter aber nicht den Neupreis veranschlagen, sondern nur den Zeitwert. Dieser berechnet sich aus dem Anschaffungspreis, Alter und normaler Lebensdauer der beschädigten Gegenstände. So geht man beim Teppichboden von einer durchschnittlichen Lebensdauer von zehn Jahren aus, sodass beim Auszug nach fünf Jahren nur noch 50 Prozent des Neupreises ersetzt werden müssen.

2. Besenreine Übergabe

Steht im Mietvertrag, dass die Wohnung besenrein zu übergeben ist, bedeutet dies, der Mieter soll die Räume sauber hinterlassen. Eine Endrenovierung muss er jedoch nicht vornehmen. Die Wohnung muss beim Auszug ordentlich gesaugt oder gekehrt werden und grobe Verschmutzungen sind zu beseitigen. Eine spezielle Säuberung eines normal genutzten Teppichbodens oder Abschleifen des Parketts hingegen gehört nicht dazu. Die Fenster müssen ebenfalls nicht streifenfrei geputzt werden, außer diese sind beispielsweise durch Klebereste verunreinigt.

3. Kaution „abwohnen“

Die Kaution dient dem Vermieter als Sicherheit für Ansprüche aus der gesamten Mietzeit inklusive Ersatzansprüchen wegen möglicher Schäden beim Auszug und Forderungen aus Betriebskostenabrechnungen. Manche Mieter glauben jedoch, dass sie für die letzten drei Monate ihrer Mietzeit die Miete mit der Kaution verrechnen dürfen. Der Mieter hat allerdings erst ein Recht auf Rückzahlung der Kaution, wenn das Mietverhältnis beendet ist und der Vermieter nach einer angemessenen Frist eventuelle Ansprüche prüfen konnte.

4. Drei mögliche Nachmieter

Um doppelte Mietzahlungen zu umgehen, möchten Mieter oft das bisherige Mietverhältnis vor Ablauf der Kündigungsfrist beenden. Viele Mieter glauben, dass es dafür ausreichend ist, dem Vermieter drei potenzielle Nachmieter zu präsentieren. Dies ist jedoch ein Irrglaube, denn eine vorzeitige Vertragsbeendigung ist nur in Ausnahmefällen möglich -zum Beispiel, wenn aus gesundheitlichen Gründen ein Auszug unvermeidbar ist. Sieht der Mietvertrag eine Nachmietervereinbarung vor, um eine verkürzte Kündigungszeit zu ermöglichen, endet der Mietvertrag erst, wenn ein für den Vermieter akzeptabler Nachmieter gefunden wurde.

(Text-Quelle: Immowelt.de) 07-12-2011

 

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