Mietvertrag: Worauf zu achten ist

Ein Mietvertrag regelt Rechte und Pflichten. Fünf Tipps, worauf Neumieter vor ihrer Unterschrift achten sollten.

Rechte und Pflichten des Mieters sind im Mietvertrag geregelt. Vor der Unterschrift sollte man den Vertrag jedoch genau durchlesen. Fünf Tipps, worauf zu achten ist.

Zeitmietvertrag muss Befristungsgrund enthalten

Seit der Reform des Mietrechts sind Zeitmietverträge nur noch dann zulässig, wenn sie einen Grund für die Befristung benennen. Der Vermieter kann demnach die Mietdauer auf einen begrenzten Zeitraum beschränken, wenn er die Wohnung später selbst nutzen, das Gebäude abreißen oder an einen Angestellten vermieten will. Andere Befristungsgründe sind unzulässig und führen dazu, dass der Vertrag als unbefristet gilt. Folge: Der Mieter muss nach Ablauf der Befristung nicht ausziehen und kann die Mietwohnung jederzeit mit einer dreimonatigen Frist selbst kündigen.

Kündigungsausschluss schränkt Flexibilität ein

Im Mietvertrag können Mieter und Vermieter wechselseitig vereinbaren, dass für einen bestimmten Zeitraum beide Vertragsparteien auf eine ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses verzichten. Bis zu vier Jahre erkennen Gerichte als wirksam an. Eine solche Klausel ist allerdings eher zum Nachteil des Mieters. Denn dieser verzichtet für einen längeren Zeitraum auf sein gesetzliches Recht, jederzeit mit einer Dreimonatsfrist kündigen zu können. Der Vermieter könnte demgegenüber auch ohne die Klausel nur in bestimmten Ausnahmefällen wie beispielsweise Eigenbedarf kündigen.

Keine Verpflichtung zu Reparaturen ohne Kleinreparaturklausel

Laut Gesetz ist der Vermieter für sämtliche Reparaturen der Mietwohnung verantwortlich. Im Mietvertrag kann jedoch abweichend vereinbart werden, dass der Mieter zumindest kleinere Reparaturen selber zahlen muss - allerdings nur in sehr engen Grenzen. Eine Kleinreparaturklausel ist nur gültig, wenn sie sich auf Reparaturen von Gegenständen beschränkt, die der Mieter häufig nutzt, zum Beispiel den Wasserhahn oder einen verkalkten Duschkopf. Zudem dürfen die Kosten der einzelnen Reparaturen in der Regel höchstens 75 bis 100 Euro betragen, urteilten verschiedene Gerichte. Auch die jährliche Maximalsumme muss festgelegt werden. Eine Summe von bis zu 200 Euro wird vielfach als gerade noch zulässig erachtet. Übrigens: Kostet eine Kleinreparatur mehr als die festgelegte Höchstgrenze, so zahlt der Vermieter nicht nur die Differenz, sondern die gesamte Rechnung. Ohne Kleinreparaturklausel im Mietvertrag zahlt der Vermieter ohnehin alles, unabhängig von der Rechnungshöhe.

Staffelmiete darf über ortsüblicher Vergleichsmiete liegen

In Staffelmietverträgen werden künftige Mietsteigerungen schon vorab vertraglich fixiert. Für den Mieter hat das zunächst den Vorteil, dass er künftig mit keinen unschönen Überraschungen in Form von unvorhergesehenen Mieterhöhungen rechnen muss, aber auch einen Nachteil: Steigt das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmieten in Zukunft nicht oder weniger stark wie die Staffelung, so muss er die höheren Mieten trotzdem zahlen. Das gilt sogar dann, wenn die Miete im Laufe der Zeit die Obergrenze der ortsüblichen Vergleichsmiete übersteigt.

Nur wer im Mietvertrag steht, ist auch Mieter

Laut Gesetz ist nur derjenige Mieter, der auch den Mietvertrag unterzeichnet hat. Trennt sich beispielsweise ein unverheiratetes Paar, bei dem nur eine Person im Mietvertrag steht, hat auch nur diese Anspruch auf die Wohnung. Allerdings haftet auch nur diese gegenüber dem Vermieter. Unterzeichnen beide den Vertrag, kann dieser auch nur von beiden gekündigt werden. Rechtlich betrachtet bleibt bei einer Trennung also auch derjenige Mieter, der auszieht.

(Text-Quelle: Immowelt.de) 29-12-2011

 

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