Grunderwerbsteuer in Deutschland

Seit die Bundesländer selbst bestimmen können, wie viel Grunderwerbsteuer sie verlangen, haben fast alle Landesregierungen den Steuersatz kräftig erhöht. Im europäischen Vergleich hat sich Deutschland damit bei den Steuersätzen auf Grunderwerb vom Mittelfeld an das obere Ende der Skala geschoben. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Zum Jahreswechsel erhöhen wieder zwei Bundesländer die Steuer: Nordrhein-Westfalen und das Saarland.

Im Jahr 2006 wurde die Grunderwerbsteuer reformiert. Die Bundesländer können seitdem den Steuersatz selbst bestimmen. Nachdem er einige Jahre überall noch bei den vorher überall gültigen 3,5 Prozent belassen wurde, haben seit 2011 fast alle Bundesländer den neugewonnen Spielraum genutzt und den Steuersatz teilweise massiv erhöht. Ausnahmen sind die finanzstarken Länder Bayern und Sachsen – dort werden nach wie vor 3,5 Prozent Grunderwerbsteuer fällig.

Der durchschnittliche Grunderwerbsteuersatz ist in Deutschland seit 2006 von 3,5 auf 5,2 Prozent gestiegen. Laut einer Analyse des DIW Berlin hat sich Deutschland damit im europäischen Vergleich vom Mittelfeld an das obere Ende der Skala geschoben. Ähnlich hoch ist der Steuersatz mit 5,1 Prozent nur noch in Frankreich.

Zwei Bundesländer erhöhen Steuersatz zum Jahreswechsel

Die letzte große Welle der Steuererhöhungen war zum 1. Januar 2014: Gleich zwölf Bundesländer haben seitdem einen Steuersatz von über fünf Prozent. Am höchsten ist er mit 6,5 Prozent in Schleswig-Holstein und mit sechs Prozent in Berlin. Zum Jahreswechsel erhöhen erneut zwei Bundesländer die Grunderwerbsteuer. In Nordrhein-Westfalen soll der Steuersatz von fünf auf 6,5 Prozent angehoben werden, im Saarland von 5,5 auf 6,5 Prozent.

Einnahmen aus Grunderwerbsteuer seit 2005 fast verdoppelt

Parallel zum Anstieg der Steuersätze wuchsen zwischen 2005 und 2013 auch die Einnahmen der Länder aus dieser Steuer. Sie stiegen laut DIW von 5,6 auf 8,4 Milliarden Euro im Jahr. Am stärksten von der Grunderwerbsteuer hat Berlin profitiert. In der Hauptstadt haben sich die Einnahmen von 257 Millionen Euro im Jahr 2005 auf 735 Millionen Euro im Jahr 2013 erhöht. Laut DIW-Bericht bilden die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer heute die mit Abstand wichtigsten unabhängigen Steuereinnahmen der Länder. Obwohl der Anteil der Grunderwerbsteuer an den Gesamtsteuereinnahmen der Länder mit etwa 3,7 Prozent relativ gering sei, habe sie eine hohe Bedeutung für die Länderfinanzen. Denn: Im Verhältnis zu allen anderen Steuern, die nur den Länderhaushalten zufließen, mache die Grunderwerbsteuer mittlerweile mehr als die Hälfte aus.

 

Die aktuellen Steuersätze

Baden-Württemberg

5%

Bayern

3,5%

Berlin

6%

Brandenburg

5%

Bremen

5%

Hamburg

4,5%

Hessen

6%

Mecklenburg-Vorpommern

5%

Niedersachsen

5%

Nordrhein-Westfalen

5%, ab Januar 2015 6,5%

Rheinland-Pfalz

5%

Saarland

5,5%, ab Januar 2015 6,5%

Sachsen

3,5%

Sachsen-Anhalt

5%

Schleswig-Holstein

6,5%

Thüringen

5%

 

(Text-Quelle: Immowelt.de)

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