Das können Mieter von der Steuer absetzen

Haushaltshilfe, Winterdienst, Treppenhaus-Reinigung: Mieter können viele Kosten, die für Arbeiten in Haus oder Wohnung anfallen, von der Steuer absetzen. Ein Überblick über die Posten, die beim Finanzamt geltend gemacht werden können.

Viele Kosten, die für Arbeiten in der Wohnung anfallen, können Mieter von der Steuer absetzen.

 

Gute Nachricht für Mieter: Viele Ausgaben für Arbeiten in der Wohnung oder im Haus können von der Steuer abgesetzt werden. Auch Teile der Nebenostenabrechnung können so geltend gemacht werden.

 

1. Haushaltsnahe Dienstleistungen

Arbeiten, die im Prinzip jeder selbst erledigen kann, werden vom Finanzamt unter dem Begriff „haushaltsnahe Dienstleistungen“ zusammengefasst. Dazu zählen beispielsweise Rasen mähen, putzen, bügeln, Schnee schaufeln, auf die Kinder aufpassen oder die Eltern pflegen. Lässt man diese Arbeiten von einer Firma oder einem Selbstständigen erledigen, kann man die Kosten dafür von der Steuer absetzen. Maximal können Arbeitskosten von 20.000 Euro zu einem Fünftel in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Daraus kann sich ein direkter Abzug von der Steuerschuld von bis zu 4.000 Euro im Jahr ergeben. Voraussetzung: Die Arbeiten müssen direkt in der eigenen Wohnung oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt worden sein. Außerdem muss die Rechnung per Überweisung beglichen worden sein. Barzahlung wird in der Regel nicht anerkannt.
Hat nicht der Mieter, sondern der Vermieter die Arbeiten in Auftrag gegeben und legt die Kosten auf den Mieter um, können die entsprechenden Teile der Nebenkostenabrechnung beim Finanzamt geltend gemacht werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn im Mietvertrag vorgesehen ist, dass ein Reinigungsdienst die Treppenhaus-Reinigung übernimmt.

 

2. Handwerkerleistungen

Ein neuer Teppich muss verlegt werden, das Wohnzimmer braucht einen frischen Anstrich: Auch Handwerkerleistungen können Mieter von der Steuer absetzen – wenn sie die Arbeiten selbst in Auftrag gegeben und bezahlt haben. Der Fiskus kann mit 20 Prozent an den Kosten beteiligt werden, der Höchstbetrag für Rechnungen liegt bei 6.000 Euro im Jahr. Wer so viel geltend macht, kann also 1.200 Euro vom Finanzamt zurückbekommen. Voraussetzung: Die Arbeiten müssen in der eigenen Wohnung oder auf dem dazugehörenden Grundstück durchgeführt worden sein. Außerdem können nur Arbeiten abgesetzt werden, die dem Erhalt oder der Renovierung dienen – nicht aber solche, die etwas Neues schaffen. Auch hier sollte die Rechnung per Überweisung beglichen worden sein.

Auch Handwerkerkosten, die sich in der Nebenkostenabrechnung verstecken, können beim Finanzamt geltend gemacht werden. Damit Mieter die Vergünstigung nutzen können, müssen die Kosten detailliert auf der Jahresrechnung ausgewiesen sein. Man kann sich auch von seinem Vermieter eine gesonderte Bescheinigung für seinen Anteil an den Gesamtkosten ausstellen lassen.

 

Von den Finanzämtern anerkannt werden unter anderem folgende Handwerkerleistungen:

  • Dach- oder Fassadenarbeiten
  • Wartung der Heizungsanlage
  • Austausch oder Renovierung von Türen und Fenstern
  • Malerarbeiten in der Wohnung oder am Haus
  • Gebühren für den Schornsteinfeger
  • Verlegung von Fliesen, Teppich oder Parkett
  • Modernisierung des Badezimmers

 

Wichtig: Von der Steuer abgesetzt werden können nur die reinen Arbeitskosten, nicht aber die Materialkosten. Steuerzahler können außerdem von der Ermäßigung nur in dem Jahr profitieren, in dem die Kosten auch entstanden sind.

 

3. Arbeitszimmer

Mieter, die von zu Hause aus arbeiten, können auch ihr Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten:

  1. Liegt der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit in dem eigenen Arbeitszimmer – das ist beispielsweise bei Selbstständigen oder Heimarbeitern der Fall – können alle anteiligen Ausgaben wie Miete, Heizung oder Strom als Werbungskosten abgesetzt werden.
  2. Arbeitnehmer, die zwar nicht nur daheim arbeiten, für deren Tätigkeiten aber kein anderer Platz zur Verfügung steht, können bis 1.250 Euro pro Jahr absetzen. Das betrifft beispielsweise Lehrer.

 

4. Umzug

Wer aus beruflichen Gründen umzieht, kann ebenfalls anfallende Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben und einiges an Steuern sparen. Abgesetzt werden können unter anderem folgenden Kosten:

  • Maklergebühren für Mietwohnung
  • Doppelte Mietzahlung von bis zu einem halben Jahr
  • Transportkosten
  • Reparaturen von Transportschäden
  • Reisekosten für Wohnungssuche
  • Fahrtkosten am Umzugstag

Anstelle von Einzelnachweisen können Pauschalen angesetzt werden. Der Pauschalbetrag für Singles liegt seit 1. März 2014 bei 715 Euro (ab 1. März 2015: 730 Euro). Der Zuschlag für mitziehende Familienangehörige beträgt 315 Euro (ab 1. März 2015: 322 Euro). Die Pauschale für Verheiratete oder Lebenspartner beträgt 1.802 Euro (ab 1. März 2015: 1.841 Euro).

Auch wer aus rein privaten Gründen umzieht, kann sich Geld vom Staat zurückholen. Zwar lassen sich nicht alle Kosten absetzen, aber einige Arbeiten können als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend gemacht werden.

(Text-Quelle: Immowelt.de)

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