Erhöhung des Hebesatzes: Beschwerden, Klagen, absurde Berechnungen

Nicht nur die drastischen Steigerungen alarmieren die Bürger. Die Berechnungs-Grundlage für die Steuer erscheint in manchen Fällen kurios. Die Bewertung des Grundstücks erfolgt auf Grundlage der sogenannten Einheitswerte aus dem Jahr 1964 in den alten Bundesländern und aus dem Jahr 1935 in den neuen Bundesländern. Der Bundesfinanzhof meldete bereits rechtliche Zweifel an und forderte eine Neubewertung. Beim Bundesverfassungsgericht liegen zwei Beschwerden vor.

Im Einzelfall führen die Bewertungen zu scheinbar absurden Auswirkungen. In einer Umfrage bat der Bund der Steuerzahler seine Mitglieder, ihre Grundsteuerbescheide zu schicken. Eine Familie aus Baden-Württemberg baute für die zwei Kinder das Dachgeschoss ihres Hauses aus, die Wohnfläche erhöhte sich von 105 Quadratmeter auf 230 Quadratmeter. Bei der Wertanpassung gab es eine Überraschung: „Die Verdopplung der Wohnfläche führte zu einer Vervierfachung des Steuerwertes für die Immobilie“, berichtet ein Sprecher des Bundes der Steuerzahler.

Oder das Mitglied aus dem Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, das für seine 69,76 Quadratmeter große Wohnung 392,04 Euro Grundsteuern abführen muss, während der Arbeitskollege aus Berlin Hellersdorf für 70,3 Quadratmeter nur 219,73 Euro zahlt. „Gleiche Stadt, gleiche Wohnungsgröße, unterschiedliche Grundsteuer“, erklärt der Sprecher. „Hintergrund ist die historisch bedingte unterschiedliche Bewertung der Grundstücke in einzelnen Stadtteilen.“ Nicht nur bei Steuersparern dürfte die Grundsteuer noch für einiges Konfliktpotenzial sorgen.

 

Der Hebesatz

Der Hebesatz ist in Deutschland für die Gewerbe- und die Grundsteuer vorgesehen. Er beeinflusst den Steuermessbetrag und wird in Deutschland von den Gemeinden individuell festgelegt. Je höher der Hebesatz, desto höher sind auch sind auch die Einnahmen einer Gemeinde aus Gewerbe- und Grundsteuer. Der Hebesatz stellt somit eine Steuerbelastung dar, die die Immobilienkäufer tragen müssen.

 

Welche Kommunen in NRW zuschlagen

In der folgenden Tabelle finden Sie die Gemeinden in Nordrhein Westfalen, die ihren Hebesatz für die Grundsteuer für Immobilienbesitzer im Vergleich zu 2014 am stärksten angehoben haben. (Quelle: Bund der Steuerzahler NRW).

 

DIE GRÖSSTEN ANSTIEGE DES HEBESATZES

STADT

HEBESATZ

2014

HEBESATZ

2015

ANSTIEG

IN %

Moers (Kreis Wesel)

490

740

51,02

Altena (Märkischer Kreis)

500

766

53,20

Bonn

530

830

56,60

Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kreis)

462

730

58,01

Hückeswagen (Oberbergischer Kreis)

435

725

66,67

Siegburg (Rhein-Sieg-Kreis)

460

790

71,74

Overath (Rheinisch-Bergischer-Kreis)

480

850

77,08

Rhede

435

800

83,91

 

(Text-Quelle: Handelsblatt)

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.
Mehr Informationen Ok